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20. Juli 2010

Hoffenheim feiert Schützenfest im Testspiel

Filed under: 1899 Hoffenheim — admin @ 22:31

Einen Leckerbissen bot die TSG 1899 Hoffenheim ihren Fans im Testspiel beim A-Klasse-Klub VfB Rauenberg. Die Mannschaft von Ralf Rangnick gewann mit 26:0. Vedad Ibisevic war vor 2000 Zuschauern mit fünf Treffern Hoffenheims erfolgreichster Spieler. Jeweils vier Tore erzielten die Talente Nikolai Groß und Denis Thomalla.

Weniger offensivfreudig war die Ligakonkurrenz: Werder Bremen gewann 3:1 beim SSV Reutlingen, der 1.FC Nürnberg kam im ersten Härtetest gegen PAOK Saloniki nicht über ein 1:1 hinaus, und der VfL Wolfsburg musste beim 1:3 gegen den griechischen Meister Panathinaikos Athen die erste Niederlage der Vorbereitung hinnehmen.

Starker Anautovic beim Bremer Sieg

Die Bremer zeigten beim Oberligisten aus Reutlingen vor allem im ersten Durchgang eine ansprechende Leistung. Aaron Hunt (21.), Tim Borowski (35.) und der stark spielende Marko Arnautovic (39.) erzielten die Bremer Tore. Andreas Rill (15.) hatte die Amateure vor 5600 Zuschauern im Stadion an der Kreuzeiche in Führung gebracht. Nach der Pause hemmten zahlreiche Auswechslungen den Spielfluss auf beiden Seiten.
Torwartfehler kostet Sieg in letzter Sekunde

Nürnberg verschenkte hingegen beim ersten Härtetest vor der Saison gegen den griechischen Spitzenklub PAOK Saloniki einen Sieg. Beim 1:1 (1:0) vor rund 3000 Zuschauern in Schweinfurt brachte Verteidiger Philipp Wollscheid die Franken in der 40. Spielminute in Führung. Am Ausgleichstor in letzter Minute hatte Nürnbergs Torhüter Alexander Stephan maßgeblichen Anteil. Er bediente mit einem verunglückten Abstoß den griechischen Stürmer Papazoglou, der ohne Mühe zum Endstand einschob.
Mintal muss verletzt raus

Ein weiterer Wehrmutstropfen war die verletzungsbedingte Auswechslung von Marek Mintal. Der Slowake klagte nach einem harten Zweikampf über Schmerzen am rechten Fuß und musste bereits nach 30 Minuten das Feld verlassen. Trainer Dieter Hecking ärgerte sich über das späte Ausgleichstor: “Ich bin nicht zufrieden. Wir hätten gewinnen müssen.”
Dejagah trifft vorne und hinten

Einen kuriosen Tag erlebte Askan Dejagah im Testspiel seines VfL Wolfsburg gegen den griechischen Meister Panathinaikos Athen. Zunächst traf der Stürmer zum zwischenzeitlichen 1:1 (39.) und leitete später mit einem Eigentor (61.) die 1:3 (1:1)-Niederlage des Teams von Trainer Steve McClaren ein. Für Wolfsburg, das sich derzeit im Trainingslager im österreichischen Going auf die neue Saison vorbereitet, war es im fünften Test die erste Pleite.

1. Juli 2010

Es ist mal wieder an der Zeit

Filed under: WM 2010 — admin @ 18:28

Kühler Kopf und heiße Herzen: Mit diesem Rezept will die deutsche Nationalmannschaft im WM-Viertelfinale ihre schwarze Serie gegen die großen Fußball-Nationen beenden.

“Es ist schon lange her, dass wir einen Großen geschlagen haben. Deshalb ist es mal wieder an der Zeit”, sagte Philipp Lahm vor dem brisanten WM-Viertelfinale zwischen dem dreimaligen Weltmeister Deutschland und dem zweimaligen Titelträger Argentinien am Samstag in Kapstadt (ab 15:45 Uhr im Live-Ticker) .

Wiederholung von 2006?

Der Kapitän erntete für seine Aussage wenige Stunden vor dem Abflug der DFB-Auswahl in die drittgrößte südafrikanische Metropole zunächst ungläubiges Staunen, eher er voller Überzeugung darlegte: “Argentinien, Spanien und Brasilien zähle ich zu den großen Gegnern, England gehört für mich nicht mehr dazu.”

So betrachtet war das 4:1 im Achtelfinale gegen die “Three Lions” Pflicht, die Kür soll nun gegen des Starensemble von Trainer-Unikum Diego Maradona folgen. Gegen die “Gauchos” hat die DFB-Auswahl nach Lahms Meinung beim WM-Sommermärchen 2006 in Deutschland (4:2 im Elfmeterschießen) letztmals einen Big Point erzielt.

“Für die Entwicklung unserer jungen Mannschaft ist es wichtig, nun auch mal so einen Gegner zu besiegen. Das würde uns einen weiteren Schritt nach vorne bringen”, erklärte Lahm den Stellenwert des emotionalen Duells. “Von Selbstüberschätzung kann aber keine Rede sein. Wir wissen um unsere Qualität und unsere Stärke. Wenn wir wieder als Mannschaft auftreten und jeder alles abruft, haben wir eine gute Chance”, sagte der 26-Jährige selbstbewusst.

Alle bleiben auf dem Teppich

Oliver Bierhoff unterstrich, dass das deutsche Team trotz des Höhenfluges auf dem Teppich geblieben sei. “Die besondere Stärke unserer Mannschaft ist, dass sie über eine gesunde Selbsteinschätzung verfügt. Es glaubt kein Spieler, dass er bei der WM schon etwas erreicht hat”, sagte der Teammanager.

Deshalb sei die Vorbereitung auf das Argentinien-Spiel, bei dem der verletzte Kapitän Michael Ballack auf der Tribüne die Daumen drückt, erneut hochkonzentriert. “Mit der Abreise nach Kapstadt beginnt für uns die heiße Phase”, berichtete der Europameister von 1996 vor dem Abflug am späten Donnerstagnachmittag von Johannesburg aus.

Zuvor war die Mannschaft noch im Teamhotel Velmore Grande von Bundestrainer Joachim Löw über die Stärken und Schwächen der Südamerikaner detailliert unterrichtet worden. “Wir haben nicht so viele Schwächen wie bei den Engländern gefunden, aber wir haben einige gefunden”, sagte Bierhoff. Und Lahm versicherte: “Wir waren gegen England perfekt eingestellt und sind dies auch gegen Argentinien.”

“Temperamentvoll und schlecht im Verlieren”

Dass Bastian Schweinsteiger tags zuvor mit einigen unbedachten Äußerungen die Stimmung zusätzlich angeheizt hatte, nahmen sowohl Lahm als auch Bierhoff dem Vize-Kapitän nicht krumm. “Die Südamerikaner sind nun mal sehr temperamentvoll und können schlecht verlieren”, sagte Lahm und fügte bestimmt hinzu: “Mal sehen, wie sie am Samstag reagieren, wenn sie wieder als Verlierer den Platz verlassen.” Um diese Erfahrung zu machen, müsse sich die deutsche Mannschaft “aber auf Fußball konzentrieren und einen kühlen Kopf bewahren”.

Vize-Kapitän Schweinsteiger hatte den “Gauchos” nicht nur wegen der Vorfälle nach dem Viertelfinale 2006 in Berlin unter anderem Provokationen auf dem Spielfeld vorgeworfen, was anschließend Maradona auf den Plan gerufen, Löw dagegen kalt gelassen hatte. “Es gab keinen Grund, mit Bastian darüber zu reden. Er lässt halt mal einen Spruch raus, aber er ist ein fairer und hochanständiger Spieler”, sagte Bierhoff und konterte dann Maradona, der Schweinsteiger Nervosität unterstellt hatte: “Bei uns ist keiner nervös, auch Bastian nicht.”

Keine Angst vor Messi

Selbst Superstar Lionel Messi, der wegen einer leichten Erkältung als Vorsichtsmaßnahme am Donnerstag nicht am Training teilnahm, verbreitet im deutschen Lager keine Angst. “Er hat bislang ja noch nicht getroffen, das soll auch so bleiben”, sagte der bislang überragende Innenverteidiger Arne Friedrich, “wir wissen aber um seine außergewöhnlichen Fähigkeiten und müssen ihn im Kollektiv ausschalten.”

Auch Mesut Özil, der am Donnerstag geschont wurde und ebenso wie die angeschlagenen Cacau (Bauchmuskelzerrung) und Lukas Podolski (Muskelverhärtung) nicht am Training teilnahm, blickt voller Optimismus auf das Match: “Wir wollen unbedingt ins Halbfinale. Wir müssen uns auch vor Argentinien nicht verstecken und werden unsere Chancen haben.”

Özil hatte von Löw bewusst eine Pause erhalten, damit er seinen Akku wieder aufladen konnte. Podolski, der am Freitag beim Abschlusstraining in Kapstadt wieder mit von der Partie sein soll, sei ebenfalls aus Vorsichtsgründen im Hotel geblieben, berichtete Bierhoff. Dagegen steht Cacau am Samstag wohl nicht zur Verfügung.

Die voraussichtlich deutsche Mannschaftsaufstellung:

1 Neuer – 16 Lahm, 17 Mertesacker, 3 Friedrich, 20 Boateng – 6 Khedira, 7 Schweinsteiger – 13 Müller, 8 Özil, 10 Podolski – 11 Klose. – Trainer: Löw

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